abgesagt Gottesdienst zum Karfreitag

Fr. 10.04.2020, 09.30 Uhr
Kirche
Gottesdienst zum Karfreitag mit Pfrn. Iris Lustenberger und
konzertante Orgelmusik mit Ruth Illi.

Bach: c-Moll-Präludium zum Karfreitag

Wir verzichten bewusst auf eine wissenschaftliche Abhandlung, sondern wir gehen ganz dem musikalischen Empfinden nach. Dieses erschliesst sich uns in diesem wirklich klangschönen Werk in einigen prägnanten rhythmischen Elementen.
Die Akkorde mit dem Grundton C im Pedal zu Anfang zeigen das Schwere des Karfreitagsgeschehens, ebenso die darauffolgenden Achtel-Zweiergruppen von betonter zu unbetonter Note, genannt Seufzermotive.
Der sodann vorherrschende Rhythmus besteht aus Dreiergruppen, genannt Triolen, über viele Takte, später länger ohne Pedal und auf einem anderen Manual gespielt, nicht mit dem „vollen Orgelklang“. Diese Triolen haben in ihrem Dahinfliessen eine beruhigende Wirkung. Jede zuhörende Person kann darin viel Eigenes heraushören, z.B. Trost, fliessende Tränen, zur Ruhe kommen. Diese Stellen ohne Pedal wechseln sich ab mit denjenigen im vollen Orgelklang.
Schon im ersten Teil fällt nach einigen dunkel anmutenden Takten ein kurzes Motiv auf, in Dur, mit vier schnellen 16-tel-Noten und einem höheren Zielton, dies viermal nacheinander. Das könnte bereits die Ostervorfreude sein….Im ganzen Werk kommt dies dreimal vor.
Die letzten 25 Takte sind dieselben wie die ersten. Als Verstärkung der Tonart und der Tiefe erscheint jetzt das C im Pedal noch in der Oktave, also doppelt und mit beiden Füssen gleichzeitig gespielt.
Johann Sebastian Bachs Präludium endet am Schluss in einem strahlenden C-Dur-Akkord.